Gespräch mit Maren Hauenschild

Maren Hauenschild, Gästeführerin der Stadt Hamburg

 

 

Liebe Frau Hauenschild, Sie führen Gruppen durch Hamburg, durch Blankenese. Da kommen dann vielleicht 10 oder 20 Personen, jeder mit eigenem Tempo, mit eigenen Fragen. Und bei jeder Führung dasselbe Spiel. Warum muten Sie sich das zu?

 

Wir empfangen privat in unserem Haus viel Besuch, haben eine große Verwandtschaft in Übersee. Und was macht man, wenn man Hausbesuch hat? Ein Programm! Und da ich  begeisterte Hamburgerin in Blankenese bin, war es mir immer ein Bedürfnis, die Schönheiten unserer Stadt zu zeigen.. 
Ein weiterer Grund war: Ich wollte noch einmal etwas ganz anderes machen. 

 

Sie sind von Hause aus Philologin.

 

Ja, ich bin Romanistin und habe lange Spanisch und auch Portugiesisch unterrichtet. Diese Sprachen wollte ich wachhalten und einsetzen. Dazu ist mir der Kontakt mit Menschen wichtig. Schon früher habe ich als Studentin für Inter-Nationes gearbeitet - was lag also näher, als an diese "alten Zeiten" anzuknüpfen?! 
Als ich in der Innenstadt tätig war - gegenüber der St. Katharinenkirche - haben sich mir viele Bereiche von Hamburg neu erschlossen: die Speicherstadt z.B. und immer wollte ich mehr darüber wissen. Jetzt bin ich in dieses Wissen geradezu hineingetaucht und gebe es mit Freude an andere weiter.

 

Wie wird man denn eine "Gastführerin"? Wann durften Sie sich das blaue Kostüm dazu kaufen?

 

Ich habe eine 6-wöchige Ausbildung bei der Tourismuszentrale Hamburg absolviert, die mit einer 3-stündigen schriftlichen und einer mündlichen Prüfung "vor Ort", d.h. im Autobus während einer Stadtrundfahrt in den betreffenden Sprachen abschloß. Für mich also neben Deutsch in Spanisch und Portugiesisch.

 

Wo schlägt bei diesen Führungen Ihr Herz in einem besonderen Takt?

 

In Blankenese natürlich. Aber - Sie werden es nicht glauben - auch in St. Pauli. Dieser Stadtteil ist mir geradezu ans Herz gewachsen. Die meisten Menschen ziehen auf den bekannten St. Pauli Straßen entlang und übersehen einen Reichtum, den gerade dieser Stadtteil uns bietet. In den zwei Stunden der Führung ist davon ganz viel zu entdecken. Und besonders berührt es mich, wenn dann ältere Leute aus Hamburg, ihrer Stadt ganz neu kennenlernen und über soviel Neues staunen lernen. 

Mir bringt es einfach Spaß, mit Menschen unsere Stadt immer neu zu entdecken. Wollen Sie nicht mitkommen?

 

Helmut Plank