Haben Sie Fragen? Nutzen Sie unser Kontaktformular - wir melden uns!
bei Blankenese.de einloggen

Anregungen für einen Spaziergang durch Blankenese geführt von Maren Hauenschild
(Tel. 040 / 86 93 01 / Fax: 040 / 86 66 27 06)
unter den Füßen ... Dauer: ca. 2 Stunden
1. Stopp: Blankenese
Einst ein Fischerdorf - 1301 erstmals urkundlich erwähnt - am Geestrücken des Urstromtales der Elbe mit seinen 4 Bergen Kiekeberg, Süllberg, Waseberg mit dem Bismarckstein und Kösterberg und den entsprechenden Tälern, heute ein Ausflugsziel und privilegierter Stadtteil Hamburgs mit Villen, Fischer-, Kapitäns-, Miet- und Herrenhäusern umgeben von gepflegten oder verwunschenen, verwilderten Gärten.
Man sieht mit der S-Bahn ankommend zunächst das einstmals repräsentative Bahnhofsgebäude mit seinen Rundbögen, das 1867 zur Eröffnung der Eisenbahnlinie Blankenese-Altona erbaut wurde. Diese Verkehrsverbindung löste nach dem Krieg 1870/71 einen Bauboom aus. Zeugen dieser Epoche sind die Gründerzeithäuser in der Blankeneser Landstraße und im Ortskern.



2. Stopp: Der Gedenkstein
und die Doppeleiche daneben erzählen einen Teil von Blankeneses Geschichte: Es stand ab 1640 unter dänischer Verwaltung. Die vergebliche Erhebung Schleswig-Holsteins gegen Dänemark 1848, in deren Folge Blankenese im Juli 1850 an Holstein fiel, stand im Widerspruch zu dem Vertrag von Ripen von 1460, dass Schleswig-Holstein "up ewig ungedeelt" sein sollte.
Blankenese wird 1866 preußisch, 1927 zu Altona eingemeindet und 1937 ein Vorort Hamburgs.



3. Stopp: Kirche
erbaut 1896 in neugotischem Stil (zuvor gab es nur die Nienstedtener Kirche).
Der Taufkessel ist das älteste Kulturdenkmal (Mitte des 13. Jh.) in Blankenese. Zu beachten ist die spiegelverkehrte Inschrift.




4. Stopp: Hesse-Park
1799-1802 angelegt von Rütger Heinrich Klünder. Es gab außer dem Herrenhaus (dreiachsiger Putzbau um 1800 errichtet) eine Ölmühle und Flachsspinnerei auf dem mageren Weideboden. Letzter Besitzer war Herr Hesse, der 1926 das Gelände der Gemeinde Blankenese überließ.




5. Stopp: Kiekeberg Nr. 22
Erste private Knabenschule (erbaut 1862), die 1892 zur allgemeinen Realschule für Jungen wurde und später in die Kirschtenstraße zog.


6. Stopp: Neben dem Jugenstil-Haus Nr. 4 Steiler Weg
– nomen est omen – (das gilt für das ganze Treppenviertel) ist einer der schönsten Ausblicke auf den Strom, das Tal, seine bunte z.T. südländisch anmutende Bebauung sowie auf den Süllberg, auf dem 1063 eine Burg und Propstei durch Erzbischof Adalbert von Bremen zum Schutz der Fähre am Heerweg von Holland über Bremen und Hamburg nach Dänemark erbaut war.
Nach Straßenräubereien der Burgmannen wurde sie von der Bevölkerung zerstört, woraufhin die Nordalbinger durch den Bremer Erzbischof exkommuniziert wurden. Ab 1837 gab es einen Milchausschank auf dem Süllberg - sonntags kamen bis zu 1000 Gäste.
Um den Aufstieg angenehmer zu gestalten, wurden Esel angeschafft, die die Gäste hinauftrugen. Heute erreicht man die Hügelkuppe zu Fuß, per Bus oder PKW, um im Sommer auf den verschiedenen Terrassen oder von den Restaurants unterschiedlicher Preisklassen aus die Aussicht auf den großen Strom genießen zu können.



7. Stopp: Brandtsweg
Im Brandtsweg (Nr. 3 hat eine Zeit Johannes Brahms gewohnt) stehen Kapitäns- und Fischerhäuschen neben ganz modernen Bauten. Neue Ausblicke auf die große Vielfalt der Baustile sind auf engstem Raum vereint. Am Ende des Weges geht man nach rechts die Krögerstreppe hinunter, überquert die Blankeneser Hauptstraße, um in der Hans-Lange-Straße nach links zu biegen und die Elbterrasse hinaufzusteigen.




8. Stopp: Elbterrasse Nr. 2
Hier steht das älteste Fachwerkhaus (1698), das noch die Einrichtung eines Heubodens sowie eine für diesen Ort typische Eingangstür, die sogenannte "Klöndöör", erkennen läßt.


9. Stopp: Elbterrasse Nr. 4-6
Das Haus, ein typisches Blankeneser Fischerhaus, vor 1700 gebaut als Tweehus (mit zwei Besitzerfamilien), war immer von 4 Familien bewohnt. Hinzu kamen Lüttwohnungen für Altenteiler und Unverheiratete.
Heute betreibt dort die Ev. Kirchengemeinde eine Altentagesstätte mit Museumsstube.

10. Stopp: Blick zur Elbe
Wendet man den Blick von der Landseite zur Wasserseite, sieht man auf die Insel Neßsand, das Obstanbaugebiet "Altes Land" und die Sietas-Werft, gegründet 1635 und seither in Familienbesitz. Damit ihre Schiffe besser die Werft verlassen können und um dem nötigen Hochwasserschutz zu entsprechen, mußte das Estesperrwerk erneuert werden. Der Bau wurde je zur Hälfte von der Freien und Hansestadt Hamburg und der J. J. Sietas KG finanziert.
Links davon, das Gelände der DASA – Flugzeugwerft MBB, die das "Mühlenberger Loch" (= vorgelagerte Wasserfläche) trocken gelegt als Baugrund anstrebt. Und man schaut auf den Strand, wo 1877 ein Badeverbot verhängt wurde wegen Unsittlichkeit und verbreiteter Nacktbaderei. Folgt man der Elbterrasse bis "Rutsch", eine Treppe, die steil nach unten an den Strand führt, unterquert man die Brückeneinfahrt zur Elbburg, dann kommt man an strohgedeckten Häuschen vorbei und überlegt, wie gestalte ich den weiteren Rundgang. Dazu gibt es folgende Vorschläge



11. Stopp: Treppen
Ein Stückchen Rutsch hinunter und gleich rechter Hand die Sechslingstreppe nach rechts bis zum Ende, wo man auf den Krumdal stößt und sich entscheidet, ob man die Treppe nach oben nimmt, um einen weiteren der vielen verschiedenartigen Parks, nämlich den Römischen Garten aufzusuchen oder ob man nach links biegt, um entweder die Haltestelle des Kleinbusses Nr. 48 direkt anzusteuern, der an der Elbe entlangfahrend jeden müden Wanderer bis zum S-Bahnhof Blankenese zurückbringt oder


12. Stopp:
an den Strand zu gehen, um in Richtung Stadt den Schiffsanleger "Op´n Bulln" (Bulln war ein Schiffstyp) zu erreichen, um hier entweder die Fähre nach Cranz zu nehmen oder aber weiter bis zum Baurs Weg zu laufen. In jedem Fall lohnt eine kleine Pause auf dem Anleger, um sich in die Zeiten der Blankeneser Seefahrt zurückzuversetzen. Wer weiß schon, dass 1866 im Hafen von Rio gleichzeitig 42 Blankeneser Schiffe lagen! (Blütezeit der Blankeneser Segelfrachtschifffahrt mit 112 Schiffen 1867.) Es gab damals drei Werften. Außerdem gab es Breckwoldts Badeschiff für Herren und Damen von 1888 bis 1901 den Fährbetrieb für Ochsen und Post seit frühester Zeit der Hanse und im 30 jährigen Krieg durchlebte Blankenese schlimme Zeiten, da Tillys und Wallensteins Truppen hier übersetzten und die Dänen von 1621-27 die Bewohner drangsalierten und gleichzeitig die Pest herrschte.
Und wer das ehemalige Zollhaus sucht: Es ist das kleine Haus links neben der Treppe, die zu Sagebiels Fährhaus hinauf führt. Das Fährhaus hat viele Besucher bewirtet, so auch mehrmals Kaiser Wilhelm I., der hier gern zu Gast weilte.




13. Stopp: Strandweg
Auf dem Weg zum Strandhotel von 1902, ein Zeichen der Entwicklung Blankeneses vom Fischerdorf zum Ausflugs- und Ferienziel, sieht man Strandweg Nr.20/19 die Markierungen der letzten, höchsten Sturmfluten. Der Baurs Weg, eine der längsten Treppen nach oben, führt zur Blankeneser Bahnhofstraße oder oben angelangt in den Baurs Park.




Zum Schluß ein Vers aus dem Gedicht von Hans Leip "Blankenese"
Ein Dorf, das wie ein Eden liegt
Und sanft nach Grog und Flundern riecht.
Von angenehmen Parks verschönt,
von einer Gastwirtsburg gekrönt.

Maren Hauenschild (Tel. 040 / 86 93 01 / Fax: 040 / 86 66 27 06)
ist Gästeführerin der Stadt Hamburg. Neben diesem Spaziergang durch Blankenese bietet sie auch in spanischer und portugiesischer Sprache verschiedene andere geführte Rundgänge in Hamburg an, wie z.B.