Israelkritik und Antisemitismus

Das gesellschaftliche Klima in Israel tendiert nach rechts. Wie in Europa, den USA und weltweit nehmen auch in Israel nationalistische und rassistische Einstellungen zu und die Befürwortung demokratischer Rechte ab. Der israelisch-palästinensische Konflikt verschärft sich dabei zusehends. Die Kritik an Israel im Ausland sieht sich regelmäßig mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitisch zu sein. Was aber ist eindeutig antisemitisch: die Bezeichnung Israels als Apartheidstaat, der Aufruf, keine Waren aus Israel zu kaufen, der Vergleich israelischer Politik mit Nazimethoden? Oder liegen die Dinge komplizierter? Kaum ein Wissenschaftler analysiert das Thema gleichzeitig so sachlich und so engagiert wie Moshe Zimmermann. Der Historiker tritt ebenso nachdrücklich für Menschen- und Völkerrecht ein wie er pauschale Vereinfachungen zurückweist. Er diskutiert mit Dr. Miriam Rürup, Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden. 

Moshe Zimmermann: 1977 an der Hebräischen Universität Jerusalem mit einer Arbeit über die Emanzipation der Juden in Hamburg in der Zeit von 1830 bis 1865 promoviert. Von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2012 war er Direktor des Richard-Koebner-Zentrums für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Sozialgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie die Geschichte der deutschen Juden und des Antisemitismus, Film und Geschichte sowie Sport in der Geschichte. 2005 wurde Zimmermann von Bundesaußenminister Joschka Fischer in die Unabhängige Historikerkommission – Auswärtiges Amt berufen, um die Geschichte des Amtes im Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 zu untersuchen. Katholische Akademie Hamburg Herrengraben 4 l 20459 Hamburg Tel. 040 / 36 95 2-118 rittscher@kahh.de l www.kahh.de 

Moshe Zimmermann lehrte als Gastprofessor in Heidelberg, Kassel, Princeton, Halle, München und Jena.

Ort: Katholische Akademie Hamburg, Herrengraben 4, 20459 Hamburg

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