Ewigkeits–sonntag

Ewigkeitssonntag: Lichterkreuz im Altarraum

Trauern ist oft ein „einsames Geschäft“. Es ist selten, dass Men­schen da bleiben, zuhören, Raum geben, treu sind, wenn der Tod einzieht und es dunkel wird. Weil es weh tut. Weil sich die einfachen Antworten verbieten. Weil kein „Kopf hoch“ hilft und kein „die Zeit heilt alle Wunden“. Weil Menschen wortkarg wer­den und untröstlich sein können.

Und gerade deshalb Menschen brauchen, die sie nicht sich selbst überlassen auf diesem Weg. Erzählen zu dürfen, sich anvertrauen zu können, sich so zu zei­gen wagen, wie einem ums Herz ist und es dürfen, das kann eine Leuchtspur im Dunkel sein. Einem mutigen Begleiter zu begeg­nen, der nicht vertröstet, nicht angstvoll Gott verteidigt und auch nicht emsig „wird schon wieder“ sagt, ist ein Geschenk von Gott selbst. Weil es eigene Ohnmacht nicht verschweigt und Zuver­sicht trotzdem nicht verbirgt, sondern mitgeht und mit aushält und daran festhält, dass auch nach der längsten Nacht ein neuer Morgen anbricht.

Am Ewigkeitssonntag gedenken wir in unserer Kirche der Menschen, die im vergangenen Kirchenjahr verstorben sind, und nennen noch einmal ihre Namen. Wir nehmen die Trau­ernden in unsere Mitte und zünden eine Kerze für die an, die uns vorausgegangen sind. Wir halten den Schmerz in unserer Mitte aus und unser Vertrauen für sie fest: Ein jeder Name steht aufgeschrieben im Himmel. Gott, der die Herkunft und die Heimat unserer Seele ist, bürgt dafür, dass es für sie und für uns diesen neuen Morgen gibt, auch nach der längsten Nacht.

Pastores Christiane Melchiors, Klaus-Georg Poehls und Thomas Warnke

Ort: Kirche

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